Türkei 2

 

Nachdem wir Doro & Ka am Flughafen von Izmir verabschiedet hatten, ging es für uns weiter nach Pamucak. Unser Nachtlager schlugen wir direkt am Strand auf. Was allerdings nicht lange hielt, denn bei Anbruch der Dunkelheit wurden wir zum ersten Mal in der Türkei von der Jandamerie vertrieben. Deswegen ging es mitten in der Nacht zum nahe gelegenen Ephesos. Und da wir schon mal da waren, besuchten wir die besterhaltene antike Stadt im Mittelmeerraum. Die Ruinen gefielen uns trotz einfallender Touristenmassen ganz gut.

Nach der Sightseeingtour fuhren wir weiter zum Dilek-Nationalpark, ein Naturpark mit Wanderwegen und schönen Buchten. Einen guten Schlafplatz für die nächsten Tage fanden wir in einer Bucht vorm Eingang. Bereits beim ersten Sprung ins Wasser entdeckten wir einen recht großen Oktopus. Da wir aus Kostengründen schon länger auf Fleisch bzw. Fisch verzichtet hatten, musste er dran glauben. Wir probierten mal wieder eine neue Zubereitungsart aus und siehe da, er schmeckte mal wieder nach Gummi. Nach Befragung von mehreren Experten konnten wir mittlerweile das Rätsel um die Zubereitung lösen: schlagen bis er schäumt und lange kochen. Den schön gestalteten Nationalpark erkundeten wir mit unseren Klapprädern, die zum ersten Mal richtig zum Einsatz kamen. Ein weiteres Highlight war die „Höhle des Zeus“, die mit eiskaltem Wasser gefüllt ist. Janus lies es sich nicht nehmen mit Schnorchel, Taucherbrille und Taschenlampe in einer Plastiktüte die Höhle zu erkunden. Sehr zum Erstauen der Einheimischen, die sich in einer Doppelreihe am Ufer aufstellten.

 

Nach ein paar schönen Tagen ging es zu weiteren antiken Städten nach Priene & Milet. Vor allem Letztere gefiel uns super, mit seinem riesigen Theater und seinen zum Teil am Wasser gelegenen Ruinen. Der erschwingliche Eintrittspreis (1,50 Euro) und die kaum vorhandenen Touristen versüßten das Ganze noch.

Weiter ging unsere Fahrt nach Kabak, bei Ölüdeniz, wo wir zum ersten Mal richtige Overlander trafen. Meli, Markus und Hund Finn waren gerade auf dem Heimweg aus Indien. In unserem ersten Overlander-Camp wurden wir mit zahlreichen Infos und Geschichten zur Strecke beglückt. Nach zwei Tagen trennten sich unsere Wege und wir klapperten alleine die Küste ab. Wir staunten über die wunderschönen Buchten, die uns eher an Südostasien erinnerten.

 

Einen sehr schönen Stellplatz für eine Woche fanden wir unter riesigen Schirmpinien am Strand von Olympos. Dass dort die Caretta-Schildkröte ihre Eier ablegt, konnten wir bei dem teilweisen Trubel am Strand kaum glauben. Als wir eines Morgens aber eindeutige Spuren (siehe Foto) entdeckten, wurden wir eines Besseren belehrt. Die Ruhe in unserem gemütlichen Camp wurde zweimal durch eine vom Baum herabfallende Schlange direkt vor Ursels Füße gestört. Beide, sowohl Ursel als auch die Schlange, ergriffen sofort die Flucht und der vermeintlich rettende Sprung in den Bus wurde mit zwei großen Beulen am Kopf belohnt. Im Hinterland von Olympos befindet sich das sagenumwobene Chimaira, oder auch brennender Fels genannt. Aus mehren Stellen am Berg entweicht Gas, das sich bei Kontakt mit Luft entzündet und verbrennt. Schon seit hunderten von Jahren lodern die Flammen unentwegt. Ein schönes Schauspiel, besonders in der Abenddämmerung.

 

Unseren nächsten Stopp legten wir im Städtchen Aksu bei Egirdir ein, um die Zindan-Höhle zu erkunden. Nach der Besichtigung der wirklich schönen und empfehlenswerten Höhle, trafen wir beim Ausgang auf Mario, der seit 15 Jahren im Ort lebt. Er hatte gehört, dass zwei Deutsche im Ort sind und machte sich zur Höhle auf. Und da er auch schon längere Zeit auf Reise war hatten wir sogleich genügend Gesprächsstoff. Mario lud uns ein, unseren Braunen bei ihm die nächsten Tage zu parken und uns die bergige Gegend zu zeigen. Als er erzählte, dass er Koch ist, war der Deal perfekt: Janus reparierte ein paar tropfende Wasserhähne und im Gegenzug dazu kochte Mario deutsche Leckereien. Neben Spaghetti, Nudelsalat und Omlette gab es für uns auch wohl die letzte Currywurst vor Kathmandu. Was wir sehr lustig fanden war, dass Mario den männlichen Einwohnern von Aksu beibrachte, dass Ramazotti nicht nur ein italienischer Sänger ist, dass Bier geerdet wird, wie man eine Bierflasche mit dem Feuerzeug öffnet, dass man auch aus Äpfeln Wein machen kann und dass man vor altdeutschen Schäferhunden, trotz ihrer flauschigen Ohren, Respekt haben sollte.

 

Nach vier Tagen hieß es von Mario, Goljad und Babsi Abschied nehmen.

Wir fuhren weiter in Richtung Kappadokien. Als wir einen Zwischenstopp in den Bergen einlegten und durch Wälder wanderten entdeckten wir zahlreiche Pilze (Rotkappen). Dem Regen sei Dank waren wir für einige Tage mit Pilzen versorgt. In Konya legten wir aufgrund unseres ersten Plattens auf der Reise eine Zwangspause ein.